Trinkwasserhygiene

PRESSE-INFORMATION

Nr. 06/2013 vom 15. Mai 2013

Untersuchungspflicht auf Legionellen / Gefährdungsanalyse: Hausbesitzer sind für Trinkwasserhygiene verantwortlich

In der Trinkwasserverordnung vom November 2011 wurde erstmals eine Überprüfung auf Legionellen im Trinkwasser gefordert, wenn die Trinkwasseranlage im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit betrieben wird. Im Dezember 2012 trat eine Novelle der Trinkwasserverordnung mit einigen Anpassungen in Kraft.

Mit dem Inkrafttreten der novellierten Trinkwasserverordnung (TrinkwV) im Dezember 2012 besteht nun nur noch alle drei Jahre eine Untersuchungspflicht auf Legionellen bei Gebäuden, in denen Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird. Dies betrifft insbesondere Gebäude mit vermieteten Wohnungen bzw. vermieteten Nutzflächen bei Nichtwohngebäuden. Bei Gebäuden mit öffentlicher Nutzung bleibt dagegen die jährliche Überprüfungsfrist bestehen.

Voraussetzung ist, dass diese Gebäude über einen zentralen Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Inhalt verfügen oder über Warmwasserleitungen mit mehr als 3 Litern Wasserinhalt in der längsten Leitung. Weiteres Kriterium ist das Vorhandensein von Duschen, Badewannen mit Handbrausen oder anderen Armaturen, die das Trinkwasser „vernebeln“. Ein- und Zweifamilienhäuser sind von dieser Untersuchungspflicht ausgenommen.

Die Erstüberprüfung auf Legionellen muss bei gewerblicher Nutzung bis zum 31. Dezember 2013 durch ein akkreditiertes Wasserlabor erfolgt sein. Diese Überprüfung muss durch den Hausbesitzer veranlasst werden. Kontaktdaten der zugelassenen Labore sind bei den örtlichen Gesundheitsämtern oder im Internet erhältlich.

Darüber hinaus wurden die Mitteilungspflichten an das Gesundheitsamt neu geregelt. Eine Mitteilungspflicht besteht nur noch dann, wenn der sogenannte „Technische Maßnahmenwert“ für die Legionellen überschritten wurde. Dies ist dann der Fall, wenn das Labor mehr als 100 kolonienbildende Einheiten (KBE) pro 100 ml Trinkwasser in der Wasserprobe nachgewiesen hat.

Dies hat weiterhin zur Konsequenz, dass der Hausbesitzer eine „Gefährdungsanalyse“ erstellen lassen muss, in der neben der Dokumentation der Trinkwasseranlage auch die hygienischen Mängel bei der Trinkwasserinstallation aufgeführt werden, die zu einer Verkeimung des Trinkwassers führen können. Weiterhin werden die notwendigen Sanierungsmaßnahmen und deren zeitliche Priorisierung aufgeführt. Der Hausbesitzer muss dem Gesundheitsamt unverzüglich die von ihm ergriffenen Maßnahmen mitteilen.

Unterstützung erhalten Eigentümer von den Innungsfachbetrieben des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks, zu erkennen am blau-rot-gelben Eckring. Sie sind Ansprechpartner, wenn es um den Erhalt der Trinkwassergüte durch hygienegerechte Installationsmethoden und eine fachgerechte Inbetriebnahme geht. Sie helfen auch in allen Fragen zur TVO weiter, wie zum Beispiel mit dem notwendigen Einbau der Probenentnahmearmaturen. Unter www.eckring.de finden Hausbesitzer einen Innungsfachbetrieb in nächster Nähe.

Hygienisch besonders fortgebildete Innungsfachbetriebe, die SHK-Fachbetriebe für Hygiene und Schutz des Trinkwassers, sind ebenfalls auf www.eckring.de unter dem Punkt Trinkwasserhygiene zu finden.

Sicherheit durch den professionellen „Trinkwasser-Check“

Im Rahmen des bundesweit angelegten Dienstleistungsprogramms „Wir checken für Deutschland“ bieten SHK-Innungsfachbetriebe einen professionellen „Trinkwasser-Check“ an. Der Hausbesitzer erhält Antworten auf folgende Fragen:

  • Ist der Hausanschluss intakt?
  • Sind die Armaturen in technisch einwandfreiem Zustand?
  • Sind die Rohrleitungen dicht, frei von Korrosion und Ablagerungen und somit hygienisch einwandfrei?


Die Installateure stellen die Wassertemperatur adäquat ein, geben Tipps zum Wassersparen und händigen dem Hausbesitzer Prüfprotokolle und Prüfsiegel aus.